Munitionstechnik

Tätigkeitsbild von Munitionsfachpersonal der Bundeswehr


Hier: Einsatz von Feuerwerkern der Bundeswehr (Feuerwerker Bw) und Munitionstechnischen Offizieren der Streitkräfte (MunTOffz SK) in den „ortsfesten logistischen Einrichtungen“ (olE) der Bundeswehr (Munitionsdepots und Munitionslager) alte Bezeichnung: „Depot-Feuerwerker“

Mit der Neuordnung der „ortsfesten logistischen Einrichtungen“ (olE) bei der Bundeswehr sind die ehemaligen Munitionsdepots von Heer, Luftwaffe und Marine in die Streitkräftebasis überführt worden. Dabei entstanden Verbunde von Munitionsdepots und jeweils unterstellten Munitionslagern aller drei Teilstreitkräfte.
Parallel dazu wurde die Fachkundeausbildung grundsätzlich neu und teilstreitkraftübergreifend organisiert. Nach dem Erwerb der „Fachkunde Munition“ in der gemeinsamen „munitionstechnischen Grundausbildung“ erfolgt eine Spezialisierung in der Fachrichtung „Munitionstechnische Sicherheit (MunTSichh)“, sodass die Ausbildung mit den Bezeichnungen (Personalbegriffen) Feuerwerker Bundeswehr (Feuerwerker Bw) und Munitionstechnische Stabsoffiziere und Offiziere der Streitkräfte (MunTStOffz SK/ MunTOffz SK) abschließt. (siehe auch Bericht „Neue Fachkundeausbildung“).

Diese so ausgebildeten Soldaten werden dann in den Munitionslager- und Instandsetzungs-einrichtungen (MunDp’s und MunLgr) der olE verwendet.

Hier sind die MunTStOffz SK bzw. MunTOffz SK und Feuerwerker Bw verantwortlich für die munitionstechnische Sicherheit im Betrieb eines MunDp bzw. MunLgr und für die Anwendung der bestehenden Schutz- und Sicherheitsbestimmungen beim Umgang mit Munition und Explosivstoffen.

Dabei nimmt ein MunTStOffz die Aufgaben (Dienstposten) des Kommandanten MunDp wahr. Die MunTOffz werden auf Dp-Ebene eingesetzt als Leiter Munitionserhaltung und auf Lgr-Ebene als Leiter der Abteilungen Betriebsführung und Materialerhaltung Munition.

Hier fallen ihnen die Planungs- u. Steuerungsaufgaben der Teileinheit, sowie das Umsetzen der Munitionsbewirtschaftungs- und Materialerhaltungsmaßnahmen zu.
Im einzelnen sind dies:

  • das Einleiten von Munitionsuntersuchungen und – Kontrollen bei Munitionsbewegungen (Aus – und Eingänge von Munition wie z. B. Versorgung von Truppenteilen, Umlagerung in eine andere Lagereinrichtung, Abgabe an die Industrie, Rücknahme von der Truppe, Industrielieferungen)
  • das Initiieren und Auswerten von Munitionsüberwachungsmaßnahmen (periodische Munitionsuntersuchungen) zur Feststellung der Gebrauchsfähigkeit
  • und ggf. Einleiten weiterer Maßnahmen (z. B. weiterführende Munitionsuntersuchung, Munitionsinstandsetzung, Munitionsverwertung)

Dies beinhaltet u. a. auch das Erstellen bzw. Umsetzen von Arbeitsablaufanweisungen mit den dazugehörigen Arbeitsplatzanweisungen an den Munitionsarbeitsstellen.

Einer dieser Offiziere ist i. d. R. auch als Örtlicher Leiter der Munitionslagereinrichtung bestimmt, der die Aufgaben einer Aufsichtsperson über die munitionstechnische Sicherheit im Allgemeinen und die Leitung eines bestimmten Bereiches in der Lagereinrichtung wahrnimmt.

Darüber hinaus werden Soldaten als Feuerwerker Bw – und übrigens auch Beamte mit der Dienstpostenbezeichnung „Feuerwerker“ und der entsprechenden Befähigung „Fachkunde Munition“ – neben den MunTOffz SK in der Betriebsführung der Munitionslagereinrichtungen eingesetzt.

Ansonsten nehmen Feuerwerker Bw in den Munitionslagereinrichtungen i. d. R. die Funktion von Arbeitsstellenleitern wahr.
Sie setzen alle o.a. Maßnahmen der Betriebsführung vor Ort im Munitionsarbeitshaus um und führen die Dienstaufsicht über diese Munitionsarbeitsstellen während der Durchführung von Materialerhaltungsmaßnahmen.
Neben der Aufsichtsfunktion ist die konkrete Inaugenscheinnahme zum Prüfen der Munition anhand festgelegter Prüfungskriterien aus den logistischen Dienstvorschriften der Bundeswehr Hauptaufgabe der Feuerwerker. Als Ergebnis dieser Überwachungsmaßnahmen steht immer die Einstufung der Munition in einen definierten Zustandskode.

Ein weiteres und besonderes Tätigkeitsfeld für MunTOffz SK und Feuerwerker Bw in den olE ist das Aufstellen und Betreiben eines Munitionsbergekommandos, das nach – glücklicherweise seltenen aber dennoch auftretenden – Zwischenfällen mit Munition und Explosivstoffen (wie z. B. Kfz-Unfall bei Munitionstransporten, Absturz eines mit Munition beladenen Flugzeugs) zur Wiederherstellung der Handhabungs- und Transportsicherheit der Munition zum Einsatz kommt.

Die aufgeführten Tätigkeitsfelder für das Munitionsfachpersonal erstrecken sich dabei auf alle Arten von Munition – je nach Festlegung der Artikel zu den jeweiligen MunDp und MunLgr – und reichen von Handwaffen- und Signalmunition über Nahkampfmittel, Artillerie- und Abwurfmunition bis hin zu komplexen Systemen wie Minen, Torpedos und Lenkflugkörper.

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